Personzentrierte Psychotherapie
Nach Carl R. Rogers
Was ist Personzentrierte Psychotherapie?
Die Personzentrierte Psychotherapie wurde in den 1940er-Jahren von Carl R. Rogers entwickelt und zählt zu den humanistischen Therapieverfahren. Rogers war einer der Ersten, der therapeutische Prozesse systematisch wissenschaftlich untersuchte. Die Methode ist heute eines der am besten erforschten Psychotherapieverfahren weltweit. Sie geht davon aus, dass jeder Mensch eine natürliche Tendenz zur Selbstverwirklichung und zum Wachstum in sich trägt.
In der therapeutischen Beziehung wird ein Raum geschaffen, in dem Sie sich sicher fühlen können, sich selbst zu erforschen. Nicht der Therapeut gibt Lösungen vor, vielmehr können Sie Ihre eigenen Antworten entdecken, wenn die Bedingungen dafür gegeben sind.
In Österreich ist die Personzentrierte Psychotherapie als wissenschaftlich anerkanntes Psychotherapieverfahren gesetzlich zugelassen.

Die drei Grundhaltungen
Die personzentrierte Psychotherapie basiert auf drei Grundhaltungen, deren Wirksamkeit durch jahrzehntelange Forschung belegt ist.
Empathie
Einfühlendes VerstehenIch versuche, Ihre Welt so zu verstehen, wie Sie sie erleben. Nicht von außen, nicht bewertend. Von innen.
Wertschätzung
Bedingungslose AkzeptanzSie müssen hier nichts sein, nichts leisten, nichts rechtfertigen. Sie dürfen sein.
Kongruenz
Echtheit & TransparenzIch begegne Ihnen als Mensch, nicht als Rolle. Ehrlich, transparent, ohne Fassade.

Was passiert in einer Sitzung?
Eine Sitzung dauert 50 Minuten. Sie bringen mit, was gerade wichtig ist: eine konkrete Situation, ein Gefühl, eine Frage, eine Krise oder etwas, das noch schwer in Worte zu fassen ist.
Sie bestimmen, worüber wir sprechen. Es gibt keinen festen Ablauf, der für alle gilt. Die Sitzung orientiert sich an Ihnen und an dem, was gerade Bedeutung bekommt.
Sie müssen nichts leisten und nichts richtig machen. Es genügt, da zu sein und dort anzufangen, wo Sie gerade stehen.
Mehr als Zuhören
Zuhören ist die Grundlage, aber es bleibt nicht dabei. Manches, was belastet, ist am Anfang schwer zu greifen. Es zeigt sich als Druck, Enge, Unruhe, Traurigkeit oder Angst.
Oft schwingt zwischen den Zeilen noch etwas mit, das keinen Namen hat. Meine Aufgabe ist dabei alles andere als passiv: ganz präsent zu sein, in mich hineinzuhören und zugleich zu spüren, was in Ihnen vorgeht. Wo ich merke, dass da mehr sein könnte, bleibe ich behutsam dabei, und wir schauen gemeinsam genauer hin.


Wenn Worte genauer treffen
Damit es greifbar wird, gehen wir oft an eine konkrete Situation: einen Moment aus Ihrer Woche, in dem es eng wurde. Was ist da genau passiert? Was haben Sie gefühlt, und wo war es im Körper spürbar? Oft zeigt sich dann auch, wofür dieses Gefühl da ist und wo Sie es in Ihrem Leben einmal gebraucht haben. So bekommt es einen Sinn, statt nur zu stören.
Wenn ein Gefühl da sein darf, statt weggeschoben zu werden, verändert sich oft etwas Spürbares: die Anspannung lässt nach, etwas ordnet sich, ein nächster Schritt wird sichtbar.
Warum diese Methode?
Was mich an der Personzentrierten Psychotherapie überzeugt hat, ist ein Gedanke, der für mich eine tiefe Wahrheit birgt: Dass ein Mensch sich von selbst weiterentwickelt, wenn die Bedingungen stimmen. Nicht der Therapeut hat die Antworten. Nicht die Technik bringt die Veränderung. Sondern der Mensch selbst.
Schon bevor ich diese Theorie kannte, habe ich in der Begegnung mit Menschen gespürt, dass etwas wirkt, wenn man da ist, zuhört und Raum lässt. Die Personzentrierte Psychotherapie hat dieser Erfahrung einen wissenschaftlichen Rahmen gegeben. Als Klient habe ich dann selbst erlebt, was passiert, wenn jemand da ist, ohne zu bewerten, ohne zu reparieren. Und in der Begegnung mit Menschen erlebe ich es wieder.
Ich glaube daran, dass die Antworten bereits in Ihnen liegen. Manchmal braucht es nur jemanden, der mit Ihnen hinhört.


Erleben Sie es selbst
Personzentrierte Psychotherapie lässt sich schwer erklären und leicht erfahren. Im Erstgespräch bekommen Sie einen ersten Eindruck, ganz ohne Druck. Und wenn Sie vorab noch Fragen haben, schreiben Sie mir einfach.
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